[Meine Gedanken] … Chester Bennington und das Thema „Depressionen & Suizid“

 

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Quelle: https://www.facebook.com/11096879251/photos/a.479775684251.282068.11096879251/10152531782004252/?type=3&theater

 

zu dem Tod von Chester Bennington. Er war einer der Helden meiner Jugend … hat mich mit seiner Musik durch meine schlimmsten und schwärzesten Zeiten begleitet. Er hat mir unbewusst so viel gegeben und weil wir teilweise das gleiche Schicksal teilen, trifft mich der Tod von ihm doppelt so schlimm. Wie unfassbar verzweifelt muss ein Mensch sein, sich das Leben zu nehmen und dann noch auf solch eine Art und Weise.

Crawling – Linkin Park 

Crawling in my skin
These wounds they will not heal
Fear is how I fall
Confusing what is real There’s something inside me that pulls beneath the surface
Consuming
Confusing
This lack of self-control I fear is never-ending
Controlling
I can’t seem
To find myself again
My walls are closing in
Without a sense of confidence
I’m convinced that there’s just too much pressure to take
I’ve felt this way before
So insecure

Crawling in my skin

These wounds they will not heal
Fear is how I fall
Confusing what is real

Discomfort endlessly has pulled itself upon me
Distracting
Reacting
Against my will I stand beside my own reflection
It’s haunting
How I can’t seem
To find myself again
My walls are closing in
Without a sense of confidence
I’m convinced that there’s just too much pressure to take
I’ve felt this way before
So insecure

Crawling in my skin
These wounds they will not heal
Fear is how I fall
Confusing what is real

Crawling in my skin
These wounds they will not heal
Fear is how I fall
Confusing, confusing what is real

There’s something inside me that pulls beneath the surface
Consuming
Confusing what is real
This lack of self-control I fear is never-ending
Controlling
Confusing what is real

Und da sind wir wieder bei dem Thema „Depressionen“ und wie unsere Gesellschaft damit umgeht. Vor allem finde ich es schlimm, wenn ich jetzt lesen muss “ Mensch der hatte 6 Kinder…wie verantwortungslos ..“ und “ er hatte so viel Geld…er hätte sich professionelle Hilfe holen müssen“. Ich denke nicht, dass auch nur einer von uns in der Position ist, über ihn zu urteilen! Ich finde es viel schlimmer, dass er wohl nur diesen Ausweg gefunden hat. Mein Herz weint! Was muss in einem Menschen vorgehen, der nur noch diesen einen radikalen Ausweg vor Augen hat und der damit alles aufgibt was er liebt, damit er den anderen Scheiß nicht mehr ertragen muss. Wie schlecht muss es jemandem gehen der nur noch diesen Ausweg sieht? Und es ist ja leider kein Einzelfall. 

Es gibt so viele Menschen da draußen, denen es genauso geht. Wo man vielleicht nichts von mitbekommt, weil sie kein Promi sind. Aber es zeigt uns doch auch mal wieder, dass diese Krankheit vor keiner Schicht halt macht.

Ich bin selbst betroffen, ich lebe einen Großteil meines Lebens mit dieser Krankheit und es ist ein täglicher Kampf. Mir ist es wichtig, dass auch die sensibilisiert werden, die das große Glück haben, nicht davon betroffen zu sein. Ihr müsst es auch nicht verstehen, aber ihr solltet eure Augen nicht davor verschließen. Denn es ist nicht so, dass man sich dann „einfach mal zusammenreißen“ kann …. es ist viel mehr. Ich erwarte hier kein Mitleid, sondern ich erwarte einfach ein Funke an Empathie und Akzeptanz. Wir sind viele ! Und die meisten trauen sich einfach nicht darüber zu sprechen, weil sie Angst haben vor Stigmatisierung und Ausgrenzung. Denn wenn du nicht so funktionierst wie es die Gesellschaft oder dein Umfeld erwartet, dann gehörst du nicht dazu.

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Mein Wunsch an die Welt ist es deshalb, schaut besser hin… hört mehr zu …seht die Signale … und seid tolerant.

Und an die Betroffenen: Seid laut! Sprecht darüber! Nur so können wir es schaffen mehr Akzeptanz zu erlangen.

Danke für eure Aufmerksamkeit! ❤

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21 Kommentare zu „[Meine Gedanken] … Chester Bennington und das Thema „Depressionen & Suizid“

  1. Hallo ❤
    wow, du hast mir einfach aus der Seele gesprochen.
    Ein wirklich schöner Beitrag. Ich habe mich bei meinem neuen Roman sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Ich kann mich glücklich schätzen, diese Krankheit nicht auf mir lasten zu haben. Zwar hatte ich durchaus viele Tiefs, die ich durchleben musste, aber ich denke nicht, dass es vergleichbar ist, wenn das ganze Leben davon belagert wird. Reichlich Freunde in meinem Umkreis plagen sich mit Depressionen und ich finde es jedesmal aufs Neue furchtbar, wie das Umfeld teilweise darauf reagiert, es nicht ernst nimmt.

    Der Tod von Chester hat mich gestern sehr getroffen. Erst Radiohead, nun Linkin Park. Es ist traurig. Und sollte uns umso mehr daran erinnern, dass niemand für selbstverständlich neben uns lebt und wir manchmal etwas öfter lieb zueinander sein sollten.

    Das Zitat aus ACOMAF kann ich nur unterstreichen!

    Alles Liebe,
    Sarah

    Gefällt 1 Person

  2. Meine Liebe,

    das hast du wundervoll geschrieben.
    Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, um sich das Leben zu nehmen. Ich glaube es muss jeden Tag die Hölle sein…

    Ich drücke dich ganz fest

    Liebste Grüße
    Sonja

    Gefällt 1 Person

  3. Das hast du sehr schön geschrieben ❤

    Ich hatte bis letztes Jahr auch schwere Depressionen. Auch mit Selbstmordgedanken und Tagen, an denen ich es am liebsten getan hätte. Aber ich habe es nicht. Weil es Menschen gibt, die weitermachen udn nach ihren Träumen jagen. So wie Chester.

    Mich mach sein Tod unendlich traurig und betroffen. Ich weine schon den ganzen Tag. Und ich weiß, dass der Schmerz immer da sein wird. Aber dass da auch Trotz ist, der noch leise flüstert: "Jetzt will ich erstrecht leben!"

    Und irgendwann werde ich das schreien und weiter nach meinen Träumen jagen.

    Für heute ist es okay, traurig zu sein und den Schmerz zuzulassen.

    Fühl dich umarmt und ganz liebe Grüße aus Berlin
    Cay'

    Gefällt 2 Personen

    1. Das seh ich auch so 💜 ich höre schon seit gestern Abend die Musik und denke nach. Geweint hab ich auch…das ist OK. Wichtig ist weiter machen. Immer und immer wieder. Drück dich

      Gefällt mir

      1. Sehe ich auch so. Aber bei mir kommt da eh der Trotz hoch und ich denke so „Jetzt erst recht weitermachen!“ Ich hoffe nur, dass es einige da draußen nicht triggert und Keiner seine Tat nachahmt. Es ist schon schlimm genug, dass seine Familie das jetzt durchstehen muss…

        Ihre Musik hören kann ich gerade noch nicht. Ich muss ersteinmal wieder Karft sammeln und etwas Abstand nehemn. Nächste Woche wird es bei mir sicher einen Linkin Park Tag geben. Aber heute noch nicht.

        Fühl dich auch ganz lieb gedrückt!

        Gefällt 1 Person

  4. Guter Text, bringt das Wesentliche auf den Punkt.

    Depression ist eine Krankheit, eine sehr schwere Krankheit, oftmals – leider – lebensgefährlich. Chester hat seine Erlebnisse, die er während seiner Kindheit erleben musste, wohl nie wirklich überwinden können. Vielleicht hatte er den Virus „Depression“ bereits in seinen Genen – man weiß es nicht. Die Frage ist: Wie viel kann ein Mensch ertragen?

    Dieser geniale Musiker hat Fantastisches geleistet, war mit einer unfassbaren Stimme gesegnet und hat Millionen von Menschen viele gute bis sensationelle Momente beschert. Die Frage hier ist: Wie viel kann eine Mensch erreichen?

    Ich beschäftige mich auf meinem Blog mit Burnout und Depressionen, erzähle über meine Erfahrungen damit. Ich möchte einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Menschen – wie du treffender Weise schreibst – eben nicht stigmatisiert werden, Hilfe suchen und erkennen, dass sie selbst eine Menge zur Besserung beitragen können.

    Vor etwa zwei Monaten habe ich mich mit den Vorurteilen mal aueinander gesetzt. Wen es interessiert: https://burnoutside.com/2017/05/21/burnout-und-depressionen-modeerscheinung-oder-schauspiel/

    Danke Chester, dass du warst, durch dich wurde die Welt ein wenig besser, vor allem cooler …

    Gefällt 2 Personen

  5. Danke für diesen schönen und ehrlichen Beitrag ❤
    Den Ausweg, den er für sich gewählt hat finde ich unendlich traurig.
    Darüber zu urteilen würde ich mir nie anmaßen.
    Jeder, der täglich mit so einem Loch der Negativität zu kämpfen hat hat meinen Respekt.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt 1 Person

  6. Ein toller Text. Ich habe meinen Bruder an dieselben Dämonen verloren- mehrmals haben wir ihn „gerettet“, um am Ende doch zu verlieren (und was hat mir das Lied „In the end“ geholfen) – ich werde wütend, wenn ich jemand so reden höre, so herzlos 😔

    Gefällt 1 Person

      1. Danke Dir – es ist jetzt schon 17 Jahre her – 17 Jahre, in denen mich die Musik von Linkin Park mich begleitet hat. Mich trifft jedes solcher Schicksale, aber dieses Mal berührt es mich besonders.

        Gefällt 1 Person

  7. Vielen Dank für den schönen Text. Chesters Tod hat mich auch ganz besonders getroffen. Mich macht es genauso traurig, dass wieder jemand diesen Kampf verloren hat, dass die Last größer war, als alles andere.
    Psychische Probleme werden in unserer Gesellschaft immer noch viel zu wenig ernst genommen. Dabei lasten sie oft viel stärker auf den Betroffenen, als es körperliche Gebrechen tun.

    Nach einigen Tagen gefüllt mit Musik, komme ich auch langsam wieder zur Ruhe. Innerlich. Ich weiß, dass ich einen guten Freund heute vielleicht nicht an meiner Seite hätte, wäre Linkin Park nicht gewesen. Das macht mich unglaublich dankbar und ich versuche diese Erschütterung und Trauer über Chester umzuwandeln im eben diese Dankbarkeit für die Musik, die er uns mit meiner absoluten Lieblingsband gegeben hat.

    Liebe Grüße und einen ganz lieben Druckerkabel an alle, die es gebrauchen können.

    Gefällt 1 Person

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